Editorial Nr. 120

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

Wilfried Voigt ist vielen im Saarland als aufmerksamer und kritischer Journalist bekannt, der 18 Jahre lang für den »Spiegel« über die saarländische Politik berichtet hat. Die Machtstrukturen und Netzwerke hinter zahlreichen Affären und Skandalen beschrieb er auch in dem 2011 veröffentlichten und viel beachteten Buch »Die Jamaika-Clique – Machtspiele an der Saar«. Wir freuen uns sehr, dass er in die Redaktion

der Saarbrücker Hefte eingetreten ist. In unserer Titelgeschichte beschreibt er jenen Teil der politischen Karriere von Annegret Kramp-Karrenbauer, der in der bundesweiten Berichterstattung und in ihren Biografien kaum beachtet wird: Es geht um eine Reihe veritabler Skandale, in denen sie als Landespolitikerin eine dubiose Rolle spielte – und noch spielt.

 

Klaus Gietinger hat sich als Historiker, Publizist und Filmregisseur einen Namen gemacht. Kurz vor unserem Redaktionsschluss stellte er an der University of London

sein Buch »Eine Leiche im Landwehrkanal – Die Ermordung Rosa Luxemburgs« vor. Das Buch verkauft sich in Deutschland bislang in der fünften Auflage, nun gibt es auch eine englische Ausgabe. In diesem Jahr hielt er in Saarbrücken in einer vierteiligen Reihe Vorträge über die November-Revolution in Deutschland. Passend zu seinem neuen Buch »Vollbremsung – Warum das Auto keine Zukunft hat und wir trotzdem weiterkommen« kämpft er für den schnelleren Ausbau des

öffentlichen Personennahverkehrs. Als neues Redaktionsmitglied befragte er für die Saarbrücker Hefte den Bahn-Experten Werner Ried zu den Perspektiven des Schienenverkehrs im Saarland. In einem weiteren Beitrag beschäftigt er sich mit der merkwürdigen politischen Entwicklung des saarländischen Kabarettisten Detlev

Schönauer, bekannt als »Jacques«.

 

Für ein besonderes Geschenk an uns alle danke ich der in Saarbrücken lebenden Schriftstellerin und Publizistin Alena Wagnerová: Sie hat in Prager Archiven mehrere Texte über die Saarabstimmung des Jahres 1935 gefunden, die in Deutschland

noch nie veröffentlicht worden sind. Wir bringen eine Reportage des berühmten tschechischen Journalisten Franta Kocourek, in der er, im unmittelbaren Vorfeld der Abstimmung, für die Wochenzeitung Přítomnost seine Eindrücke schildert.

 

Mein Dank geht auch an Antje Kraus vom Stadtarchiv Saarbrücken, die uns dazu passende Fotos aus der Sammlung von Fritz Mittelstaedt zur Verfügung gestellt hat.

 

Das, liebe Leserinnen, liebe Leser, sind nur einige der Beiträge, die wir in dieser Ausgabe präsentieren. Mit dabei sind auch die Künstlerin Gisela Zimmermann, der diesjährige saarländische Kunstpreisträger Christopher Ecker, außerdem Konstantin

Ames, Andreas Bayer, Bernhard Dahm, Andreas Dury, Hans Husel, Josef Reindl, Stefan Ripplinger, Ekkehart Schmidt, Dietmar Schmitz, Sikander Singh, Erich Später und Laura Weidig.

 

Die Redaktion der Saarbrücker Hefte will Ihnen nicht nur interessante Texte anbieten, sondern auch eine attraktive Optik. Besonders an Farbfotos und an einer neuen Titelgestaltung wurde im aktuellen Heft nicht gespart. Unsere finanziellen Mittel sind jedoch begrenzt. Um unser Ziel zu erreichen, die kulturelle und politische Debatte im Saarland mit guten Beiträgen zu beleben, benötigen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Nur so können wir langfristig die finanzielle Unabhängigkeit der Saarbrücker Hefte erreichen. So war zunächst eine Preiserhöhung auf 9,90 € pro Einzelheft nötig. Durch ein Abonnement oder eine

Spende können Sie uns wirkungsvoll helfen. Der Verein Saarbrücker Hefte e.V. ist gemeinnützig und unsere Spendenquittungen werden vom Finanzamt anerkannt.

Auf ein Datum freuen wir uns besonders: Im Jahr 2020 sind es genau 65 Jahre, seitdem das erste Heft mit dem Namen Saarbrücker Hefte publiziert wurde. Das wollen wir mit Ihnen feiern. Am 9. Januar in der Stadtgalerie Saarbrücken, Beginn

um 18 Uhr. Über Ihr Kommen würden wir uns sehr freuen!

 

Sadija Kavgic