Saarbrücker Hefte Nr. 115/116

Im Gedankendschungel

 

Eigentlich will der Protagonist unseres Aufmacherartikels mit der provokanten Überschrift "Ich heirate den Islam" nichts anderes als mit seiner neuen Freundin glücklich sein. Er hat sie im Internet kennengelernt und sich in sie verliebt. Doch schnell zeigt sich, daß das gar nicht so einfach ist: Die Auserwählte ist Muslima! Was der Autor des Artikels dann erzählt, ist eine Geschichte, die nicht nur interessant ist, sondern jede Menge Zündstoff enthält. In ihr geht es um die Beziehung zwischen einer jungen Frau, die zwischen dem traditionellen Islam und dem westlichen Leben hin und her gerissen ist, die Angst hat, von ihrer Familie verstoßen zu werden, wenn sie sich mit einem nichtmuslimischen Mann einläßt. In ihr geht es um einen jungen Mann, der in unserer liberalen und säkularen Welt groß geworden ist, einen "deutschen Atheisten mit christlichen und jüdischen Wurzeln", der vor den Problemen, die sich seiner neuen Liebe entgegenstellen, nicht kapitulieren will. Es ist die Geschichte zweier junger Leute auf der Suche nach dem persönlichen Glück. Es ist aber auch eine Geschichte, in der die aktuellen politischen Debatten über Religion und Toleranz, Integration und Abgrenzung nicht ausgeklammert werden. Der Autor erzählt uns diese Geschichte, ohne zu dramatisieren und ohne etwas zu beschönigen: aufrichtig, nachdenklich, witzig und ironisch.

 

Der Artikel "Ich heirate den Islam" ist unter Pseudonym ursprünglich in der Wochenzeitung Die Zeit erschienen. Er hat dort für einigen Wirbel gesorgt und auch in den sozialen Medien war die Resonanz groß. Die Saarbrücker Hefte drucken ihn in leicht geänderter Fassung.

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